Leo Erken – Straße

Osteuropa und die ehemalige Sowjetunion 1987-2003
 
 

Teil 3: Zentralasien, Sibirien und dem Kaukasus

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Baku, Aserbaidschan, 1996. Mitten im Kaspischen Meer, ungefähr eine Helikopter-Flugstunde von Baku entfernt, liegt die künstliche Bohrinsel Neftjanje Kamni. In der Mitte des enormen Netzes von Straßen-auf-Pfählen und Bohranlagen gibt es echte Wohnblocks. In den 90ern waren auf der Insel um die 4400 Männer und 600 Frauen beschäftigt. Nur drei Bohrplattformen arbeiten noch. Sie sind jedoch für Autos unerreichbar, da nicht einmal mehr 30 der ursprünglich 70 Kilometer Straße-auf-Pfählen intakt ist. Der steigende Wasserspiegel hat zur Folge, daß die Gebäude im Wasser stehen. Sie sind untereinander mit Fußgängerbrücken verbunden.

 
 
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Baku, Aserbaidschan, 1996.
 
 

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Jerewan, Armenien, 1996. In der Nähe des iranischen Marktes.

 
 

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Tbilissi, Georgien, 2000. Zentraler Markt.

 
 

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Teliska, eine Siedlung nahe der armenischen Grenze, Georgien, 1995. Der georgische Präsident Eduard Amwrossijewitsch Schewardnadse (1928-2014) während seiner Kampagne zur Wiederwahl. Er regierte von 1995 bis 2003 als Präsident Georgiens und von 1972 bis 1985 als Erster Sekretär der Georgischen Kommunistischen Partei. Als Außenminister unter Michail Gorbatschow gewann er im Westen an Popularität. 2003 war er infolge der „Rosenrevolution“ gezwungen, als Präsident von Georgien zurückzutreten.

 
 

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Gori, Georgien, 1995. Denkmal des bolschewistischen Revolutionärs und ehemaligen Sowjetführers Josef Stalin, geboren als Iossif Wissarionowitsch Dschugaschwili (1878-1953), in seiner Geburtsstadt. Es war das letzte große Denkmal Stalins, daß noch in der ehemaligen Sowjetrepublik stand, bis es 2010 abgebaut wurde.

 
 

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Karaganda, Kasachstan, 1993. Denkmal des bolschewistischen Revolutionärs und ehemaligen Sowjetführer Wladimir Iljitsch Lenin. Lenin war sein Revolutionsname, Wladimir Iljitsch Uljanow (1870-1924) sein Geburtsname.

 
 

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Akmola (ehemals Zelinograd), Kasachstan, 1993. Kasachen, die Kasachstan während der Kollektivierung in den 30er Jahren Richtung Mongolei verließen, kehrten zu Tausenden zurück. Sie brachten ihre Nomadentraditionen, die in der Heimat unterdrückt waren, mit. Sie kamen aus dem Iran, aus Afganisthan und anderen Ländern Zentralasiens nach Kasachstan. Sie ließen sich in den Häusern, welche die nach Deutschland gegangenen (Wolga) Deutschen zurückgelassen hatten, nieder.

 
 

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Akschar, (ehemals Stepnoi) südlich von Tschimkent, Kasachstan, 1993. 
Bushaltestelle.

 
 

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Kirowo, Kasachstan, 1993. Gemeindeverwaltung.

 
 

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Kirowo, Kasachstan, 1993.

 
 

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Tschimkent, Kasachstan, 1993.

 
 

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Tschimkent, Kasachstan, 1993.

 
 

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Kirowo, Kasachstan, 1993.

 
 

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Kirowo, Kasachstan, 1993. Arbeiter auf dem Sowchos (Staatlicher Landwirtschaftsbetrieb).

 
 

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Tschimkent, Kasachstan, 1993.

 
 
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Tschimkent, Kasachstan, 1993.

 
 
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Tschimkent, Kasachstan, 1993.

 
 

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Ufa, Baschkortostan, 1993. In der Moschee.

 
 
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Ufa, Bashkortostan, 1993, chemischen Fabrik Chimprom.

 
 

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Ufa, Bashkortostan, 1993, chemischen Fabrik Chimprom.

 
 

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Landkreis Buchara, Usbekistan, 2000. Baumwollernte.

 
 

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Buchara, Usbekistan, 2000. Rabbi Aaron Ben Scholomo Sjanow am Jom Kippur, dem Versönungstag, in der Synagoge.

 
 

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Buchara, Usbekistan, 2000. Amnon (23) und Tschewtsiba (18) Awlajew, seit zwei Monaten verheiratet, kurz vor ihrer Emigration nach Israel. Amnons ältere Schwester lebt seit Jahren in Tel-Aviv. 1985 wohnten ungefähr 18.000 Juden in Buchara. 2000 sind es noch circa 800. Eine große Anzahl Juden ziehen aus Buchara weg, nach Tel-Aviv, Jerusalem, Brooklyn, Queens und Kalifornien. Eine bis ins 12. Jahrhundert zurückgehende Gemeinschaft verschwindet.

 
 

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Buchara, Usbekistan, 2000.

 
 

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Buchara, Usbekistan, 2000. Neben der Synagoge am Sabbatabend. Nacht des Laubhüttenfestes.

 
 

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Dolinka (nahe Karaganda), Kasachstan, 1993. Verwaltungsbüro im Dorf Dolinka. In den 30er Jahren entwickelte sich der Ort in das Karlag (Karaganda Lager) genannte Zentrum eines gigantischen Komplexes von Arbeitslagern in Zentralkasachstan auf einer Fläche von 1,5 Millionen Hektar. Karlag, ein Subarchipel des Gulag, umfaßte im Sommer über dreißig und im Winter bis zu einhundertachtzig kleinere Lager. Nach Schätzungen eines inhaftierten Wissenschaftlers, auf den sich der britische Experte Robert Conquest in seinem Buch Der große Terror beruft, gab es 1941 über 100.000 Gefangene in Karlag. In den Spitzenjahren von 1937-1939 und 1945-1950 müssen es noch viel mehr gewesen sein. Lokale Forscher schätzen, daß es Jahre gab, in denen 800.000 Gefangene in Karlag waren.

 
 

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Dolinka, Kasachstan, 1993. Der ehemalige Gefängniswärter Nikolai Popow (links) zwischen Veteranen im Dorfzentrum.

 
 

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Dolinka, Kasachstan, 1993. Der ehemalige Gefängniswärter Nikolai Popow in seinem Haus in Dolinka.

 
 

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Moskau, Rußland, Dezember 1992. Flughafen Domodedowo. Ankunft aus Ufa, Baschkortostan.

 
 

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Nischnewartowsk, Sibirien, 1992.

 
 

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Nischnewartowsk, Sibirien, 1992.

 
 

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Raduschny, Oblast Tjumen, Sibirien, 1992. Raduschny ist eine Stadt im Oblast Wladimir in Sibirien. 1993 hatte die Stadt 40.000 Einwohner. Sie kamen aus Rußland, der Ukraine, Aserbaidschan, dem Kaukasus, Armenien, Usbekistan, Georgien, Kasachstan und Weißrußland, um Geld in der Ölindustrie zu verdienen. Rußland ist nach Saudi Arabien der größte Ölproduzent der Welt. Die Firma Varyeganneftegaz ist Eigner von Raduschny und seiner Ölindustrie.

 
 

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Raduschny, Oblast Tjumen, Sibirien, 1992. Der Direktor der Ölfirma Varyeganneftegaz spricht mit einem Mitarbeiter.

 
 

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Raduschny, Oblast Tjumen, Siberien, 1992. Ölbohrer einer „fliegenden Brigade“ machen eine Pause in ihrer Baracke. Die „fliegende Brigade“ (15 Tage Arbeit auf der Plattform, 15 Tage Urlaub) arbeitet eng zusammen, oft teilt die Gruppe jahrelang Freud und Leid. Sie wohnt am Fuße ihrer Plattform, wo eigene Köche sie versorgen.

 
 

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Raduschny, Oblast Tjumen, Siberien, 1992. Swetlana (vorne) und Nina sind Köchinnen einer „fliegenden Brigade“ auf einer Ölplattform.

 
 

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Raduschny, Oblast Tjumen, Siberien, 1992. Die Polizei nimmt, auf Bitte seiner Frau, einen betrunkenen Mann fest. Die Festnahme gibt ihr 15 Tage Freiheit. Aufgrund der hohen Löhne in der Ölindustrie, auch für Frauen, ist die Scheidungsrate in Raduschny hoch. Die Frauen brauchen ihre betrunkenen Ehemänner nicht, sagt ein Polizeibeamter.

Die Frauen brauchen ihre betrunkenen Ehemänner nicht, sagt ein Polizeibeamter.

 
 

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Raduschny, Oblast Tjumen, Siberien, 1992. Das örtliche Polizeirevier hat drei Zellen und eine „Barbarenzelle“. Diese ist voll mit Männern, die ihren Rausch ausschlafen.

 
 

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Usolje-Sibirskoje, Oblast Irkutsk, Siberien, 2003. Vor der Entbindungsklinik Nr. 1. rufen Verwandte einer jungen Mutter: Herzlichen Glückwunsch Olga! Wie in Sowjetzeiten, sind in der Entbindungsklinik keine Besuche erlaubt.

 
 

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Usolje-Sibirskoje, Oblast Irkutsk, Siberien, 2003. Entbindungsklinik Nr. 1. Die junge Mutter Natalja Krawtschuk (24) teilt ein Zimmer mit der Frau des Försters, Irina Kikot (19). Nataljas Kind bekommt den Namen Alisa. Irina denkt noch über einen Namen nach. Natalja arbeitet in der chemischen Fabrik Chimprom als „Apparatschik“: Mit einem Bildschirm überwacht sie einen chemischen Prozeß. Von einem Raum schaue ich auf einen chemischen Prozeß in einem anderen Raum, sagt sie.

Mit einem Bildschirm überwacht sie einen chemischen Prozeß. Von einem Raum schaue ich auf einen chemischen Prozeß in einem anderen Raum, sagt sie.
 
 

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Usolje-Sibirskoje, Oblast Irkutsk, Siberien, 2003. Chemischen Fabrik Chimprom.

 
 
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Usolje-Sibirskoje, Siberien, 2003. Chemische Fabrik Ulsolje-Chimprom.

 
 

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Konowalowo, Oblast Irkutsk, Sibirien, 2003. Die Halbbrüder Andrej Glawin (16) und Schenja (Jewgeni) Beresowski (8). Im Dorf Konowalowo gibt es viele Menschen mit Gedächtnisproblemen und Kinder mit Lernschwierigkeiten. Einige Quellen sagen, daß dies mit dem jahrelangen Einleiten von bleihaltigen Abwässern der chemischen Fabrik Chimprom in Usolje-Sibirskoje in die Angara zusammenhängt. Das Blei im Flußwasser sinkt langsam auf den Boden und fließt mit dem Schlamm hunderte Kilometer flußabwärts in die Dörfer Balagansk und Konowalowo, wo hohe Bleiwerte gemessen wurden. Viele Umweltkatastrophen der ehemaligen Sowjetunion bleiben ohne Nachforschungen.

 
 

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Nischnewartowsk, Sibirien, 1992. Das Innere einer in einen Öltank gebauten Wohnung.

 
 

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Balagansk, Sibirien, 2003. Jugendliche tanzen im Kulturhaus.

 
 

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Magadan, Rußland, 1999. In Magadan war in der Stalin-Ära die Hauptverwaltung für den Transit (politischer) Gefangene, die in die Arbeitslager geschickt wurden. Der Ferne Osten war als das Zentrum des „Gulag Archipels“, wie es von Alexander Issajewitsch Solschenizyn (1918-2008) beschrieben wurde, bekannt. Die Krise, die enorme Inflation und die fehlenden Wohngenehmigungen der Regionen und Gebiete aus denen sie kamen, verhinderten, daß die Menschen, ehemalige Gefangene und deren Kinder und Enkel, wegzogen. Später waren sie dann aus ökonomischen Gründen gezwungen, an dem desolaten Ort, wo es in den Wintern bis unter 55 Grad Celsius friert und wo die Sommer zu kurz sind, um Nahrungsmittel zu produzieren, zu bleiben.

 
 

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Magadan, Oblast Magadan (Russischer Ferner Osten), 1999. Hochzeit von Oksana Michejewa und Farid Achmedsjanow.

 
 

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Magadan, Oblast Magadan (Russischer Ferner Osten), 1999. Wolodja Sporischew ist sieben Monate alt und wurde mit Hydrocephalus geboren. Seine Eltern haben ihn im Krankenhaus zurückgelassen. Nach Auskunft des Arztes hätte eine einfache Ultraschalluntersuchung während der Schwangerschaft die Abweichung sichtbar gemacht. Aber die Ausstattung dazu gab es nicht.

 
 

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Gadlja, Oblast Magadan, Rußland, 1999. Extreme Armut und Hunger im Russischen Fernen Osten. Anja Stetschenko mit Boris, dem Sohn der Nachbarn. Sie ist arbeitslos und hat drei Töchter. Bis vor kurzem hat die Rente ihrer Mutter die Familie ernährt, aber sie starb vor ein paar Wochen. Manchmal bringt Anjas Schwester Essen, daß sie erübrigen kann.

 
 

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Gadlja, Oblast Magadan, Rußland, 1999.

 
 

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Gadlja, Oblast Magadan, Rußland, 1999.

 
 

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Magadan, Oblast Magadan (Russischer Ferner Osten), 1999.

 
 

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Magadan, Oblast Magadan (Russischer Ferner Osten), 1999. Politische Versammlung in der Universität.

 
 
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Suchumi, Abchasien (Georgien), 1994. Hauptstraße in Suchumi. Im Hintergrund das abgebrannte Gebäude des Obersten Sowjets. Vor dem Bürgerkrieg war Abchasien, Georgien (Bevölkerung 5 Millionen), die wohlhabendste Teilrepublik der Sowjetunion. Abchasien war der georgische Garten Eden, wo in der Küstenregion perfekt Strand und Gebirge luxuriös nebeneinander lagen. Als Ferienziel bei den oberen Rängen der Sowjetarmee sehr beliebt. In der autonomen georgischen Region brach im August 1992 Krieg zwischen Abchasien und Georgien aus. Die Georgier begannen den offenen Krieg, provoziert von einer Unabhängigkeitserklärung Abchasiens. Schnell entwickelte sich ein schmutziger Krieg, mit ethnischer Säuberung, Vergewaltigungen, Blutbädern und Plünderungen. In den ersten Monaten des Krieges wurden Tausende Flüchtlinge aus der ethnisch gemischten Küstenregion (Armenier, Juden, Griechen, Russen, Abchasier und Georgier) über die Grenzen nach Südrußland und Georgien gespült.

 
 

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Suchumi, Abchasien (Georgien), 1994. Karina Dirapetian ist Russin. Ihr Ehemann war Armenier. Er starb, kämpfend auf georgischer Seite. Ihr Bruder hat eine abchasische Frau und kämpfte auf abchasischer Seite. Die Famile, in der es auch ukrainische Mitglieder gibt, bewohnt gemeinsam zwei kleine Wohnungen in Suchumi. Obwohl es für sie in Suchumi gefährlich ist, wollte Karina ihre kranke Mutter nicht verlassen. Du kannst deinem Schicksal nicht davonlaufen, sagt sie. Auf dem Foto liest sie die Zukunft des Fotografen im Kaffeesatz.

Du kannst deinem Schicksal nicht davonlaufen, sagt sie.

 
 

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Suchumi, Abchasien (Georgien), 1994. Operationssaal eines Militärkrankenhauses. Nikolai Beskrowny (21) wird nach einem Bauchschuß operiert.

 
 

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Sugdidi, Georgien, 1994. Georgische Flüchtlinge aus dem Dorf Aschara in der abchasischen Bergregion Swanetien kommen mit dem Helikopter auf dem Flugplatz von Sugdidi an.

 
 

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Aschara, Abchasien (Georgien), 1994. Georgische Flüchtlinge aus dem Dorf Aschara in der abchasischen Bergregion Swanetien warten auf einen Helikopter, der sie nach Sugdidi in Georgien bringt.

 
 

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Aschara, Abchasien (Georgien), 1994. Georgische soldat aus dem Dorf Aschara in der abchasischen Bergregion Swanetien.

 
 

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Baku, Aserbaidschan, 1996. Auf dem Friedhof Feld der Ehre küßt der Geschäftsmann Saftar Rachimow das Grab eines Freundes, der im Krieg gegen Armenien um Nagorny Karabach umgekommen ist. Die Freunde hatten gemeinsam an der Militärakademie in Baku studiert.

 
 

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Schuscha, Nagorny Karabach, Armenien, 1996. Armenische (christliche) Jungen spielen Fußball in einer verlassenen aserbaidschanischen Moschee. Das Dorf Schuscha war früher teilweise von Aserbaidschanern bewohnt. Jetzt wohnen dort nur noch Armenier.

 
 

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Schuscha, Nagorny Karabach, Armenien, 1996. Ein armenischer Junge trägt eine Armeejacke, die er auf der Straße gefunden hat. Der Krieg um Nagorny Karabach war ein bewaffneter Konflikt zwischen der armenischen Mehrheit in Nagorny Karabach, unterstützt von der Republik Armenien, und der Republik Aserbaidschan. Er dauerte von Februar 1988 bis Mai 1994 in der Enklave Nagorny Karabach im süd- westlichen Azerbaidschan an. 1994, zum Ende des Krieges, hatten die Armenier die vollständige Kontrolle über die Enklave und über ungefähr 9% des aserbaidschanischen Umlandes. Berichte humanitärer Organisationen gehen von 5.000 und 25.000 Toten auf armenischer und aserbaidschanischer Seite aus. Ungefähr 230.000 Armenier wurden aus Aserbaidschan und 800.000 Aserbaidschaner aus Armenien und Karabach vertrieben. In der dem Krieg folgenden Blockade Armeniens spitzte sich die ökonomische Situation zu. Die einzige für Nahrungsmitteltransporte offene Grenze war die iranische.

 
 

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Agdam, nahe Nagorny Karabach, Aserbaidschan, 1996. Als der Krieg gegen Aserbaidschan um Nagorny Karabach vorbei war, besetzten die Armenier nicht nur die Enklave Karabach, sondern auch das umliegende Territorium. Die aserbaidschanische Stadt Agdam wurde komplett zerstört. Agdam hatte früher über 50.000 Einwohner. Nachdem sie die Kontrolle über Nagorny Karabach hatten, umstellten die Armenier Agdam. Sie gaben der Bevölkerung einige Stunden Zeit, die Stadt zu verlassen, und zerstörten dann die Stadt und den Friedhof mit dem Monument für die Opfer des Großen Vaterländischen Krieges.

 
 

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Grosny, Tschetschenien, August 1994. Auf dem Palastplatz bezeichnet ein Mann sich selbst als einen „Mitarbeiter im Industrieministerium“.

 
 

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Argun, Tschetschenien, August 1994. Tschetschenischer Abrek (Banditenheld), Kopf der bewaffneten Bande, Ruslan Labazanow (1969-1996) (mitte), in der Nähe seines Hauses in der Stadt Argun. Labazanow, ein ehemaliger Bodyguard des tschetschenischen Präsidenten Dudajew, wechselte auf die Seite der bewaffneten Opposition von Dudajew. Das schwarze Kopfband ist ein Symbol für einen Mann, der Blutrache sucht. Die Vendetta begann, nachdem Kämpfer des Präsidenten drei seiner Männer, darunter einen Verwandten, umgebracht hatten. Während des Ersten Tschetschenienkrieges kämpfte Labazanow auf russischer Seite. Labazanow wurde 1996 von einem Schützen in der Nähe von Tolstoj-Jurt, 15 Kilometer nördlich von Grosny, umgebracht.

 
 

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Grosny, Tschetschenien, August 1994. Anhänger des tschetschenischen Präsidenten Dschochar Mussajewitsch Dudajew (1944-1996) auf dem Palastplatz. Das Foto wurde aus einem Fenster des Präsidentenpalastes genommen. Oben links: Hotel Kawkaz. 1991 löste sich die kleine kaukasische Rebublik von der Russischen Föderation. Drei Jahre lang mischte sich die russische Regierung nicht ein. In der Zeit erklärte der gewählte Präsident Dudajew sich selbst zum Staatsoberhaupt des unabhängigen Itschkeria. Als der russische Präsident Boris Jelzin im November 1994 Truppen entsandte, brach ein katastrophaler Krieg (später bekannt als der Erste Tschetschenien-krieg), der den Tod von mehreren Tausend russischen Soldaten und beinahe Hunderttausend Zivilisten forderte, aus. Die tschetschenische Hauptstadt Grosny wurde komplett zerstört.

 
 

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Grosny, Tschetschenien, 1995. Palastplatz. Oben links: Präsidentenpalast, rechts Hotel Kawkaz und das örtliche Parlamentsgebäude.

 
 

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Grosny, Tschetschenien, 1995. Der Tschetschene Ruslan und der Russe Ramid teilen sich den Keller unter ihren zerstörten Wohnungen.

 
 

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Grosny, Tschetschenien, 1995. Palastplatz. Oben links: Präsidentenpalast, rechts Hotel Kawkaz und das örtliche Parlamentsgebäude.

 
 

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Schali, Tschetschenien, 1995. Im Krankenhaus von Schali, einem Bergdorf im Südwesten von Grosny.

 
 

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Schali, Tschetschenien, 1995. Im Krankenhaus von Schali. Jewgeni Klementjew, ein russischer Wehrpflichtiger, dem während einer Schlacht in Grosny ins Kinn geschossen wurde. Er wurde von tschetschenischen Kämpfern gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Der Arzt sagt er, sei kein Gefangener, sondern ein „normaler“ Patient. Der tschetschenische Kämpfer im Bett nebenan sagt: Dieser Junge ist kein Feind, er ist ein Opfer, er hat dies nicht gewollt.

Dieser Junge ist kein Feind, er ist ein Opfer, er hat dies nicht gewollt
 
 

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Wedeno, Tschetschenien, 1995. Flüchtlinge aus Grosny im Bergdorf Wedeno, südwestlich der tschetschenischen Hauptstadt.

 
 

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Grosny, Tschetschenien, 1995. Eine russische Einwohnerin von Grosny und russische Soldaten auf einem Panzerfahrzeug.

 
 

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Grosny, Tschetschenien, 1995. Tschetschenen, die ihren Besitz aus den zerstörten Häusern geholt haben, verlassen die Stadt. Von einem russischen Panzerfahrzeug aus fotografiert.

 
 

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Grosny, Tschetschenien, 1995. Eine komplette Familie ist aus einem ehemaligen Schutzkeller im Zentrum der Stadt ausgegraben worden. Sie verhungerten, als sie von ständigem Granatfeuer eingeschlossen waren.

 
 

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Grosny, Tschetschenien, 1995. Leiche eines russischen Soldaten in den Ruinen der Stadt.

 
 

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Grosny, Tschetschenien, 1995. Mitarbeiter des Roten Halbmondes werden von der russischen Spezialeinheit (OMON) durchsucht.

 
 

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Grosny, Tschetschenien, 1995. Mitarbeiter des Roten Halbmondes teilen Brot an die Bevölkerung von Grosny aus.

 
 

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Grosny, Tschetschenien, 1995. Einwohner von Grosny, die geflohen waren, sind zu ihren zerstörten Häusern zurückgekehrt, um den ihnen verbliebenen Besitz einzusammeln.

 
 

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Grosny, Tschetschenien, 1995. In einem Militärkrankenhaus wird ein schwer verwundeter russischer Soldat versorgt. Sein Auto verunglückte, nachdem es von anderen russischen Soldaten beschossen worden war.

 
 

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Grosny, Tschetschenien, 1995. Auf dem Flughafen Grosny warten verwundete russische Soldaten auf ihren Transport.

 
 

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Grosny, Tschetschenien, 1995. Ein Soldat weint auf dem Flughafen Grosny. Achtzehn Leichen von russischen Soldaten warten auf den Transport nach Rußland.

 
 

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Grosny, Tschetschenien, 1995. In einem Vorort von Grosny, den die russischen Soldaten „Shanghai“ nannten, trauert eine Frau in ihrem zerstörten Haus um ihren ermordeten Mann und Sohn.

 
 

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Grosny, Tschetschenien (Republik Itschkeria), 1997. Eine von der tschetschenischen Armee inhaftierte russische Soldatenmutter wartet seit Monaten auf Informationen über ihren Sohn.

 
 

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Dschalka, Tschetschenien (Republik Itschkeria), 1997. Menschen versammeln sich, um Schamil Salmanowitsch Bassajew, Kämpfer, Terrorist und – zu dem Zeitpunkt – Präsidentschaftskandidat, zu sehen.

 
 

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Dschalka, Tschetschenien (Republik Itschkeria), 1997. Wahlzusammenkunft für Schamil Salmanowitsch Bassajew (1965-2006), Terrorist und Präsidentschaftskandidat. Nach der Wahlniederlage war er in der Regierung Maschadows von 1997-1998 Vize-Premierminister von Tschetschenien. Schamil Bassajew leitete jahrelang die Rebellenaktionen gegen die Russischen Streitkräfte und die Massengeiselnahmen von Zivilisten. Er war für zahlreiche Rebellenattacken auf Sicherheitskräfte in und um Tschetschenien, sowie für terroristische Anschläge auf Zivilisten verantwortlich. Der berüchtigste war der Anschlag auf eine Schule in Beslan im Norden Ossetiens, der den Tod von mindestens 334 Menschen, vor allem Kindern, forderte. Weiterhin war er für die Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater 2002 verantwortlich. Nach russischen Quellen ist Bassajew am 10. Juli 2006 vom russischen Geheimdienst ermordet worden. Tschetschenische Quellen behaupten, er sei an diesem Tag bei einer Explosion ums Leben gekommen.

 
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Dschalka, Tschetschenien (Republik Itschkeria), 1997. Schamil Salmanowitsch Bassajew, Kämpfer, Terrorist und – zu dem Zeitpunkt – Präsidentschaftskandidat, zu sehen.

 
 

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Perwomaiskoje, Tschetschenien (Republik Itschkeria), 1997. Der Enkel von Aslan Maschadow im Haus der Familie.

 
 

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Perwomaiskoje, Tschetschenien (Republik Itschkeria), 1997. Aslan Alijewitsch Maschadow (1951-2005) auf dem Weg zu einem Treffen mit Journalisten im Haus seiner Eltern. Aslan Maschadow war der Leiter der tschetschenischen Separatistenbewegung und der dritte Präsident der Tschetschenischen Republik Itschkeria. Vonvielen wurden ihm die tschetschenischen Siege im Ersten Tschetschenienkrieg zugeschrieben. Er unterzeichnete im August 1996 den Friedensvertrag mit Alexander Lebed, dem russischen Sekretär des Sicherheitsrates. Im Januar 1997 wurde Maschadow gewählter Präsident von Tschetschenien. Zu Beginn des Zweiten Tschetschenienkrieges kehrte er im August 1999 als Anführer des Rebellen-Widerstand gegen die Russische Armee zurück. Er wurde im März 2005 im nord-tschetschenischen Tolstoj-Jurt ermordet.

 
 

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Tschetschenische Flüchtlinge im Lager Sputnik nahe Ordschonikidzewskaja, Inguschetien, 2000. Mehr als 8.000 Menschen leben in den 800 Zelten und dem einen Kilometer langen Zug. In einem Zelt der tschetschenischen/inguschetischen/niederländischen NRO Agentur für Rehabilitation und Entwicklung untersucht die Ärztin Elisa Idalowa die siebenjährige Warisa Matawowa.

 
 

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Nowye Atagi, Tschetschenien (Republik Itschkeria), 1997. Tschetschenische Krankenschwestern in dem Rot-Kreuz-Krankenhaus der Stadt Nowye Atagi. Am 7. Dezember 1996 wurden sechs westliche Rot-Kreuz-Mitarbeiter, fünf Krankenschwestern und der niederländische Architekt Hans Elkerbout von unbekannten Schützen getötet. In der Woche verließen alle westlichen Hilfsorganisationen Tschetschenien. In dem Krankenhaus lagen noch einige Patienten, die nicht wußten, wohin sie gehen sollten. Sie wurden von den dagebliebenen Krankenschwestern versorgt. Ab und zu kam ein tschetschenischer Arzt in das Krankenhaus. An der Wand hingen die Porträts der sechs Toten mit dem Text: Ihr seid immer in unseren Herzen.

 
 

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Tschetschenisches Flüchtlingslager Sputnik, nahe des inguschetischen Ortes Ordschonikidzewskaja, Inguschetien, 2000. Die Psychologin Lamara Uranowa spricht mit Alkhan. Er ist 12 Jahre alt und hat ein Kriegstrauma.

 
 

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Flüchtlingslager Sputnik, nahe Ordschonikidzewskaja, Inguschetien, 2000. Kinderzeichnung. Am 26. August 1999 begann die Russische Föderation einen zweiten tschetschenischen Krieg. Dabei kamen 50.000 Zivilisten und bis zu 5,400 (offizieller Bericht der russischen Armee) oder 11.000 (Bericht der russischen Soldatenmütter) russische Soldaten ums Leben.

 
 

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Snamenskoje (Nord-Tschetschenien), Juli 2000. Achmat Abdulchamidowitsch Kadyrow (1951- 2004) war ab dem 5. Oktober 2003 der ernannte russische Präsident der Tschetschenischen Republik. Davor war er (seit Juli 2000) Verwaltungschef gewesen. Am 9. Mai 2004 wurde er von tschetschenischen Rebellen in Grosny durch ein Bombenattentat während der Parade zur Feier des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg, ermordet. Sein Sohn, Ramsan Kadyrow, wurde sein Nachfolger. Ramsan Kadyrow (1976), berüchtigt wegen seiner rücksichtslosen Dominierung von Tschetschenien, sagte nach einem Interview zur Journalistin Anna Politkowskaja: Sie sind ein Feindin, die erschossen werden sollte…

 
 

 
 

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Snamenskoje (Nord-Tschetschenien), Juli 2000. In der Nähe des Gebäudes der Russischen Menschenrechts-Reporter fordern Familienmitglieder von vermißten tschetschenische Personen und Kriegsopfern Informationen über deren Schicksal.

 
 

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Amsterdam, Niederlande, Februar 2002. Anna Stepanowna Politkowskaja (1958-2006) spricht im Widerstandsmuseum Amsterdam zu Journalisten. Anna Politkowskaja war Journalistin, Autorin und Menschenrechtsaktivistin, bekannt für ihre mutige Opposition gegen den russischen Präsidenten Putin und den Krieg in Tschetschenien. Am 7. Oktober 2006 wurde sie tot im Fahrstuhl ihres Wohnhauses im Moskauer Zentrum gefunden. Sie war mit zwei Kugeln, in Schulter und Kopf, erschossen worden.

Sie sind ein Feindin, die erschossen werden sollte...
 
 

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Moskau, Rußland, 2001. Georgensaal, der größte Saal des Großen Kremlpalastes. Staatsbesuch der niederländischen Königin Beatrix beim russischen Präsidenten Wladimir Putin.

 
 
Alle Fotografie und Text von Leo Erken ©